AA 11 nur auf dem Primärradar

Aus den NORAD-Tapes, ID Op (ch. 4), um 08:39:51 EDT:

Shelley Watson (NEADS): But you don’t have any modes or codes on him?
Colin Scoggins (ZBW): Nope, right now it’s just, uh, no we don’t have any modes yet.
Watson: Is he inbound to JFK?
Scoggins: We don’t know.
Watson: You don’t know where he is at all?
Scoggins: He’s being hijacked, the pilots having a hard time talking to the … I mean we don’t know, we don’t know where he’s going. He’s heading towards Kennedy, he’s, like I said, he’s about 35 miles north of Kennedy now, at 367 knots.
Watson: OK.

Thema des Austausche ist Flug American 11. Watson (NEADS) erfährt von Scoggins (FAA) u.a., dass AA 11 ohne Transpondercode fliege und eine Geschwindigkeit von 367 Knoten habe.
Üblicherweise erfährt ein Controller die Geschwindigkeit eines Flugzeugs aber über das Transpondersignal. Für Christian Walther Anlass genug für verschwörerische Andeutungen:

Na gut. Boston weiß also auch nichts, wenigstens nichts Genaues. Immerhin aber die Geschwindigkeit und die ungefähre Position der Maschine. Dazu eine Anmerkung: der Transponder, der Höhe und Speed der fraglichen Maschine übermittelt, war seit 8:14 ausgeschaltet. So jedenfalls will es die offizielle Darstellung.
Die Geschwindigkeit dürfte daher geschätzt gewesen sein, was aber vermutlich nicht allzu schwer zu bewerkstelligen ist. Eigenartigerweise deckt sich diese Schätzung des Lotsen mit den Daten des „Flight Explorer“, eines Echtzeit-Überwachungssystems, dessen Daten kurz nach 9/11 im Internet veröffentlicht wurden. Hier finden sich allerdings auch Höhenangaben zu dem merkwürdigen Flug, was das Ganze zu einem echten Rätsel für interessierte Skeptiker macht, denn sofern diese Höhenangaben in Echtzeit übermittelt wurden, müsste der Transponder tatsächlich die ganze Zeit eingeschaltet gewesen sein.

Die Flight-Explorer-Animation für AA 11 (Quelle):

 

AA 11 FLight Explorer

Der FE basiert auf ASD-Daten, nicht Radardaten, deshalb die kontinuierliche und falsche Höhenangabe. Die Radardaten des RADES zeigen den Höhenverlust ebenso deutlich wie er durch die Anrufe von Betty Ong und Madeline Sweeney dokumentiert ist.
Ein Geschwindigkeitswert von 367 Knoten ist entgegen Walthers Behauptung nicht enthalten. Relevanter ist aber ohnehin, was die genaue Angabe erklärt, wenn es denn der Transponder nicht ist. Denn wie Andreas Hauß korrekt feststellt:

Sicherlich läßt sich die Geschwindigkeit durch das Messen der Strecke im zeitlichen Abstand zwischen zwei Blips schätzen. Doch niemand, der schätzt, benutzt derartig genaue Schätzangaben.

Haußens Einwand ebnet bereits den Weg für eine Alternativerklärung: Wenn ein Mensch die Geschwindigkeit anhand der Blipabfolge nicht so genau schätzen kann, könnte ein Computer es doch vielleicht. Im ZBW wurde dem Primärziel ein sog. data tag verpasst: Das Rufzeichen wurde auf das Primärsignal aufgesetzt und der Computer versuchte, das Flugzeug zu verfolgen.

In Area C airspace AA11 received a flight data tag and was under primary tracking.

ZBW Alan Miller MFR

Durch den Weg, den das Primärsignal zwischen zwei Radarblips zurücklegte, könnte ein Computer theoretisch die Geschwindigkeit des Flugzeugs errechnen und diese würde dann im data tag angezeigt werden.
Heillose Spekulation? Colin Scoggins bestätigte auf meine Nachfrage, dass die Geschwindigkeit des Flugzeugs genau so ermittelt wurde (Privatkommunikation am 24.04.10 & 30.06.10).

TA: 367 knots is very precise information. Given that AA 11 was a primary-only I would expect an approximation like “around 360 knots” (e.g. you approximate the speed of AA 11 later, near NYC as “down to 300 knots”). Do you remember how you managed to get this info?
CS: We tracked the primary, it is hard but you can track the primary, it doesn’t stay with it that long, it jumps off every few minutes, but we were still reading ground speed due to the ability to track.
TA: Did you approximate the speed based on the primary returns of AA 11?
CS: Same as above didn’t need to we had it tracked.
TA: I understand that if an aircraft is tracked, the computer (or whatever device) provides the speed, the controller does not need to approximate. If the target is a primary-only, the computer, I assume, calculates the speed based on the distance the aircraft put back between two radar hits – is this correct?
CS: Yes it is.
TA: What’s the name of the device which is used to track a primary target?
CS: We just slew over the target click it and it follows it for the most part, same as tracking a transponder hit.

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